Schlank operiert? Die Wahrheit über Fettabsaugung

Hartnäckige Fettpolster am Bauch oder an den Beinen lassen sich oft selbst mit Sport und gesunder Ernährung nicht gezielt reduzieren. Eine Fettabsaugung, insbesondere die Fettabsaugung am Bauch, kann hier die Körperkonturen sichtbar verbessern. Viele Betroffene beschäftigen sich vorab mit Fragen zu Fettabsaugung Kosten, realistischen Fettabsaugung vorher-nachher-Ergebnissen und ob eine Fettabsaugung von der Krankenkasse übernommen wird. Der Artikel zeigt, wann ein solcher Eingriff sinnvoll sein kann, welche Ergebnisse realistisch sind und welche Faktoren von der individuellen Ausgangssituation bis zum Lebensstil für ein dauerhaft harmonisches Resultat entscheidend sind.

Redaktion

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Was ist eine Fettabsaugung?

Eine Fettabsaugung, auch Liposuktion genannt, ist ein chirurgisches Verfahren der ästhetischen Medizin, bei dem überschüssige Fettzellen gezielt aus bestimmten Körperregionen entfernt werden, um die Körperkontur dauerhaft zu verändern. Dabei handelt es sich um eine lokale Fettreduktion, die vor allem zur Behandlung von hartnäckigen Fettdepots an Bauch, Hüften, Beinen oder Armen eingesetzt wird, die trotz Diät und Bewegung bestehen bleiben. Die Fettabsaugung richtet sich somit nicht primär auf eine Gewichtsreduktion, sondern auf die Formung und Modellierung des Körpers.

Medizinisch betrachtet erfolgt die Fettabsaugung durch das Entfernen von Fettzellen (Adipozyten) aus subkutanem Gewebe, wodurch die behandelte Region dauerhaft schlanker wird, da diese Zellen nicht nachgebildet werden. Typische Behandlungsbereiche sind unter anderem Bauch, Hüften, Oberschenkel, Gesäß, Oberarme, Rücken oder Kinn. Das Verfahren ist besonders geeignet für Patientinnen und Patienten mit normalem oder leicht erhöhtem Körpergewicht, die über eine gute Hautelastizität verfügen, da die Haut nach Entfernung der Fettzellen die neue Kontur anpassen kann.

Grundsätzlich gilt die Fettabsaugung als ein Verfahren der ästhetischen Chirurgie, das auf dauerhafte Veränderung der Körperform abzielt, nicht jedoch auf die Reduktion des Gesamtgewichts. Sie unterscheidet sich dadurch von Diäten, Sport oder nicht-invasiven Methoden, die lediglich das Volumen der Fettzellen verringern, diese jedoch nicht entfernen.

Welche Methoden der Fettabsaugung gibt es?

Grundsätzlich basiert jede Fettabsaugung auf dem Absaugen von Fettzellen aus dem Unterhautfettgewebe mithilfe feiner Kanülen. Man unterscheidet zwischen den drei am häufigst verwendeten Arten:

Tumeszenz-Liposuktion
Die Tumeszenz-Liposuktion gilt als Standardverfahren und bildet die Grundlage vieler moderner Techniken. Dabei wird eine große Menge einer verdünnten Lösung aus Kochsalz, Lokalanästhetikum und Adrenalin in das Fettgewebe infiltriert. Diese Flüssigkeit führt zu einer Aufquellung des Gewebes, verringert den Blutverlust und erleichtert die Fettabsaugung. Zahlreiche Studien zeigen, dass dieses Verfahren eine hohe Sicherheit bei gleichzeitig guter ästhetischer Kontrolle bietet und sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden kann.

Vibrationsassistierte oder Power‑assistierte Liposuktion
Bei der vibrationsassistierten Liposuktion wird eine motorbetriebene Kanüle verwendet, die schnelle mechanische Vor- und Rückbewegungen ausführt. Diese Technik reduziert die körperliche Belastung für den Operateur und ermöglicht eine gleichmäßigere Fettentfernung, insbesondere bei fibrotischem Gewebe oder bei sekundären Eingriffen. Klinische Untersuchungen zeigen vergleichbare Komplikationsraten zur klassischen Tumeszenztechnik bei teilweise verkürzter Operationsdauer.

Ultraschallassistierte Liposuktion
Die ultraschallassistierte Liposuktion nutzt hochfrequente Ultraschallenergie, um Fettzellen selektiv zu zerstören, bevor sie abgesaugt werden. Die Energie erzeugt eine Kavitation, die die Fettzellmembranen auflöst, während Blutgefäße und Nerven weitgehend geschont werden. Diese Methode eignet sich besonders für dichte Fettareale wie Rücken oder männliche Brust. Studien belegen eine effektive Fettentfernung, weisen jedoch auf ein erhöhtes Risiko für thermische Gewebeschäden bei unsachgemäßer Anwendung hin.

Für wen ist eine Fettabsaugung geeignet?

Eine Fettabsaugung eignet sich besonders für Personen mit stabilem Körpergewicht, die unter lokal begrenzten Fettpolstern an bestimmten Körperteilen leiden. Entscheidend für ein gutes Ergebnis ist zudem eine ausreichende Hautelastizität, da sich die Haut nach der Entfernung des Fettgewebes an die neue Körperform anpassen muss. Häufig behandelte Körperregionen bei einer Fettabsaugung sind:

  • Bauch
  • Hüften
  • Oberschenkel
  • Gesäß
  • Knie
  • Rücken
  • Oberarme
  • Doppelkinn

Für wen ist eine Fettabsaugung nicht geeignet?

Bei starkem Übergewicht oder Adipositas ist eine Fettabsaugung nicht empfehlenswert. In diesen Fällen steht die medizinische Gewichtsreduktion im Vordergrund, da eine Fettabsaugung weder die Ursache des Übergewichts behandelt noch ein harmonisches ästhetisches Ergebnis garantiert. Am wirksamsten sind:

  • gesunde Ernährung
  • regelmäßige Bewegung
  • Verhaltensänderungen

Bei schwerer Form können Medikamente oder Operationen helfen. Entscheidend ist ein dauerhafter Lebensstilwechsel, um Gewicht zu reduzieren und die Gesundheit zu verbessern. Auch bei bestimmten Vorerkrankungen wie schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blutgerinnungsstörungen oder während Schwangerschaft und Stillzeit sollte von einer Fettabsaugung abgesehen werden. Personen mit unrealistischen Erwartungen, beispielsweise dem Wunsch nach deutlicher Gewichtsabnahme durch den Eingriff, sind ebenfalls keine geeigneten Kandidaten.

Vorbereitung auf eine Fettabsaugung

Vor dem Eingriff erfolgt ein ausführliches Beratungsgespräch, in dem individuelle Wünsche, Möglichkeiten und Risiken besprochen werden. Zusätzlich wird der gesundheitliche Zustand überprüft, häufig durch eine körperliche Untersuchung und Blutuntersuchungen.

Vor der Operation sollten blutverdünnende Medikamente nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden. Auch der Verzicht auf Nikotin ist empfehlenswert, da Rauchen die Wundheilung beeinträchtigen kann. Die benötigte Kompressionskleidung sollte bereits im Vorfeld organisiert werden.

Ablauf der Fettabsaugung

Am Tag der Fettabsaugung-OP werden die zu behandelnden Bereiche zunächst markiert. Anschließend erfolgt die Betäubung, je nach Umfang des Eingriffs lokal, im Dämmerschlaf oder unter Vollnarkose. Nach dem Einbringen der Tumeszenzlösung wird das Fettgewebe schonend über feine Kanülen abgesaugt.

Die Dauer des Eingriffs richtet sich nach der Anzahl der behandelten Areale und beträgt in der Regel ein bis mehrere Stunden. Nach Abschluss der Operation wird eine Kompressionskleidung angelegt, die direkt im Anschluss getragen wird.

Nachsorge und Heilungsverlauf

Nach der Fettabsaugung sind Schwellungen, Blutergüsse und ein Spannungsgefühl normale Begleiterscheinungen. Diese klingen in den folgenden Wochen allmählich ab. Das konsequente Tragen der Kompressionskleidung unterstützt die Heilung und trägt zu einem gleichmäßigen Ergebnis bei.

Leichte Alltagsbewegungen sind meist früh möglich, auf sportliche Aktivitäten sollte jedoch mehrere Wochen verzichtet werden. Das endgültige Ergebnis der Fettabsaugung zeigt sich nach etwa drei bis sechs Monaten, sobald das Gewebe vollständig abgeheilt ist.

Kosten einer Fettabsaugung

Die Kosten einer Fettabsaugung richten sich nicht nur nach der gewählten Methode und der Klinik, sondern vor allem nach der behandelten Körperregion. Unterschiedliche Areale erfordern einen jeweils anderen zeitlichen und technischen Aufwand, was sich direkt im Preis widerspiegelt. Die folgenden Preise dienen ausschließlich der Orientierung und stellen lediglich eine Annäherung dar.

Bauch:
Die Fettabsaugung am Bauch gehört zu den am häufigsten nachgefragten Eingriffen. Je nach Ausdehnung unterscheidet man zwischen Oberbauch, Unterbauch oder einer kombinierten Behandlung. Entsprechend liegen die Kosten meist zwischen etwa 3.000 und 5.000 Euro. Ein größerer Behandlungsumfang oder eine Kombination mehrerer Zonen erhöht den Preis.

Hüften:
Die sogenannten Hüft- oder Reiterhosenregionen werden häufig zusammen mit dem Bauch behandelt. Als einzelnes Areal bewegen sich die Kosten in der Regel zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Bei einer kombinierten Behandlung können sich Preisvorteile ergeben.

Oberschenkel:
Bei den Oberschenkeln wird zwischen Innen- und Außenseiten unterschieden. Die Innenschenkel gelten als technisch anspruchsvoller, da das Gewebe sensibler ist. Pro Bereich liegen die Kosten meist zwischen 3.000 und 4.500 Euro. Werden beide Seiten behandelt, steigt der Gesamtpreis entsprechend.

Gesäß:
Eine reine Fettabsaugung am Gesäß wird seltener durchgeführt, da hier Zurückhaltung gefragt ist, um die Körperproportionen zu wahren. Die Kosten liegen häufig im Bereich von 2.500 bis 4.000 Euro, abhängig vom Umfang und vom gewünschten Ergebnis.

Knie:
Die Fettabsaugung an den Knien zählt zu den kleineren Eingriffen, erfordert jedoch Präzision. Die Kosten sind im Vergleich moderater und liegen meist zwischen 1.800 und 3.000 Euro.

Rücken:
Am Rücken können verschiedene Zonen betroffen sein, etwa der obere Rücken oder die Fettpolster im Bereich des BH-Verschlusses. Je nach Ausdehnung bewegen sich die Kosten in der Regel zwischen 3.000 und 4.500 Euro.

Oberarme:
Die Behandlung der Oberarme wird häufig aus ästhetischen Gründen durchgeführt, insbesondere bei erschlafftem Gewebe. Die Kosten liegen meist zwischen 2.500 und 4.000 Euro. In manchen Fällen kann eine zusätzliche Hautstraffung notwendig sein, was die Kosten erhöht.

Doppelkinn:
Die Fettabsaugung am Doppelkinn ist ein vergleichsweise kleiner Eingriff, der oft ambulant durchgeführt wird. Entsprechend sind die Kosten niedriger und bewegen sich meist zwischen 1.500 und 3.000 Euro.

Unabhängig von der Körperregion gilt, dass neben dem eigentlichen Eingriff auch Kosten für Beratung, Voruntersuchungen, Nachsorge und Kompressionskleidung anfallen können. Fettabsaugung wird in der Regel als ästhetischer Eingriff angesehen und daher von den meisten Krankenkassen nicht übernommen. Eine Kostenübernahme kann jedoch möglich sein, wenn medizinische Gründe vorliegen, etwa bei der Erkrankung Lipödem, einer chronischen Fettverteilungsstörung, die vor allem Beine und Arme betrifft und mit Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen einhergeht. In solchen Fällen ist die Fettabsaugung medizinisch notwendig, um die Symptome zu lindern, und die Krankenkasse kann die Kosten übernehmen, wenn ärztliche Gutachten und Dokumentationen die Notwendigkeit bestätigen. Liegt hingegen nur der Wunsch nach einer ästhetischen Körperformung vor, müssen Patientinnen und Patienten die Kosten in der Regel selbst tragen.

Eine neue Körperkontur mit realistischen Erwartungen

Die Fettabsaugung ist ein bewährtes Verfahren zur gezielten Körperformung an unterschiedlichen Körperteilen. Sie eignet sich für ausgewählte Patientinnen und Patienten mit realistischen Erwartungen und guter körperlicher Ausgangssituation. Eine sorgfältige Planung, fachärztliche Durchführung und konsequente Nachsorge sind entscheidend für ein langfristig harmonisches und natürliches Ergebnis.

Hinweis: Dieser Artikel dient zur allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Entscheidungen über ästhetische Eingriffe sollten immer in Absprache mit einem qualifizierten Mediziner erfolgen.

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